Wir brauchen keine Event-Arena am MUC!

Als im Sep­tem­ber 2020 ein (ver­se­hent­lich) ver­schick­tes Dos­sier des baye­ri­schen Finanz­mi­nis­te­ri­ums von unse­rem grü­nen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Johan­nes Becher ver­öf­fent­lich wur­de, zeig­te sich, dass ein wei­te­res Mega-Pro­jekt auf dem Gelän­de des Münch­ner Flug­ha­fens ent­ste­hen soll. Eine „mul­ti­funk­tio­na­le Ver­an­stal­tungs­stät­te“ als Kon­zert- und Kon­gress­hal­le mit rund 40 Sälen und Räu­men sowie einer zen­tra­len Mul­ti­funk­ti­ons­hal­le, für bis zu 20.000 Besu­cher, wird geplant. Dazu soll ein Park­haus und ein Hotel errich­tet werden.

Wir glau­ben, dass die­se Are­na vie­le nega­ti­ve Ein­flüs­se auf unse­re Regi­on hätte:

  • Bau­vor­ha­ben am Flug­ha­fen brau­chen einen spe­zi­fi­schen Flug­ha­fen­be­zug, eine ent­spre­chen­de Affi­ni­tät. Bei einer Even­ta­re­na wäre das nicht der Fall. Außer­dem wei­tet der Flug­ha­fen sein Tätig­keits­ge­biet immer wei­ter aus und wird so zur „Stadt“, wo kei­ne sein darf.
  • Die geplan­te Are­na stellt eine erheb­li­che Kon­kur­renz­si­tua­ti­on nicht nur für die Münch­ner Olym­pia­hal­le und ande­re Mün­che­ner Ver­an­stal­tungs­or­te dar, son­dern auch für klei­ne­re und mitt­le­re Ver­an­stal­tun­gen und Kon­zer­te in der Regi­on. Ver­la­ge­run­gen und Abwan­de­run­gen wären zu erwarten.
  • Das geplan­te Hotel wird natür­lich an 365 Tagen im Jahr um Gäs­te wer­ben und nicht nur bei Groß­kon­zer­ten. Hier wür­de ein gewis­ser Abzug von Über­nach­tungs­gäs­ten aus der umlie­gen­den Regi­on erfolgen.
  • Der Flä­chen­fraß mit mehr als 10 ha zusätz­lich ver­sie­gel­ter Flä­che im Erdin­ger Moos, die jetzt schon extrem belas­ten­de Ver­kehrs­si­tua­ti­on und
    der zusätz­lich gene­rier­te Flug- und Auto­ver­kehr zei­gen die öko­lo­gi­sche Pro­ble­ma­tik deut­lich auf und dür­fen in Zei­ten der Kli­ma­kri­se nicht außer Acht gelas­sen werden.

Auch die von den Inves­to­ren voll­mun­dig in Aus­sicht gestell­ten Steu­er­ein­nah­men für die Stadt Frei­sing und die enor­me zusätz­li­che Wert­schöp­fung für die Regi­on sind frag­wür­dig. Wel­che Annah­men und genau­en Berech­nun­gen zu Grun­de lie­gen wird der­zeit nicht ver­öf­fent­licht. Anlauf­ver­lus­te und Abschrei­bun­gen wer­den zumin­dest in den ers­ten Jah­ren kei­ne Steu­er­zah­lun­gen gene­rie­ren. Und ob sich die sehr opti­mis­ti­schen Besu­cher­zah­len jemals rea­li­sie­ren lie­ßen hal­ten wir unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen für äußerst fraglich. 

Auf­grund der zahl­rei­chen nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen und der unkal­ku­lier­ba­ren und unkla­ren Steu­er­ein­nah­men für die Stadt Frei­sing leh­nen wir das Pro­jekt ab.


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